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Pflasterklinker richtig verfugen

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Immer wieder werde ich von Kunden gefragt, ob man Pflasterklinker denn auch mit Pflasterfugenmörtel verfugen könne. In diesem Beitrag beschreibe ich, worauf es bei der richtigen Verfugung von Pflasterlinkern ums Haus ankommt. Die Antwort auf die Frage meiner Kunden möchte ich vorwegnehmen: Ja, man kann Pflasterklinker dauerhaft und schön verfugen – und ja, es ist aufwändiger als bei einer herkömmlichen Verlegung. 

Unkraut in Pflasterflächen nervt gewaltig

Ausgangspunkt der meisten Kundengespräche über die Verfugung von Pflasterflächen ist eine mehrjährige „Leidenszeit“ mit Gräsern und Unkraut auf der ansonsten schönen Terrase oder in Wegen um das Haus. Hier werden Pflasterklinker oft und gern verwendet und sehen neu verlegt auch erst einmal klasse aus. Das ändert sich, wenn sich spätestens in der zweiten Saison Gräser und Unkräuter allmählich in den viel zu engen Pflasterfugen verfestigen und ausbreiten. Der Kunde verläßt mehr und mehr seinen Gartenstuhl, um in gebückter Haltung die Terrassenfläche von Grün zu befreien. Spätestens jetzt merkt der Gartenbesitzer, dass dieses Thema vor der Verlegung irgendwie vergessen wurde.

Pflasterklinker werden oft falsch verlegt

Viele Kunden kommen mit dem Wunsch nach einer dauerhaften, festen Fuge bei Pflasterklinkern in einer bereits verlegten Fläche zu mir. Wenn ich dann zu einer solchen Fläche fahre finde ich meistens das gleich Bild: die Pflasterklinker sind eng aneinander gelegt. Diese Art der engsten Verlegung (Stein an Stein) ist natürlich am schnellsten und einfachsten umsetzbar. Sie entspricht jedoch nicht den den Verlegerichtlinien für Pflasterklinker und verhindert eine nachträgliche feste Verfugung grundsätzlich, weil einfach keine oder nur minimal breite Fugen vorhanden sind. Wenn man sich also Gedanken um eine feste Verfugung machen will, sollte man die erforderlich Fugenbreite möglichst schon im Vorwege genau mit dem Verarbeiter besprechen. 

Voraussetzungen für eine feste und dauerhafte Verfugung

Die Voraussetzungen für eine feste Fuge, an der man auch über viele Jahre hinweg Freude haben wird, sollten vor der Verlegung bedacht werden. Wenn Sie meine folgende kleine Checkliste beachten und den höheren Aufwand hierfür auch in Kauf nehmen möchten, wird eine feste Verfugung auch wirklich langfristig funktionieren.

  • standfester, setzungsfreier und wasserabführender Untergrund
  • wasserdurchlässige und setzungsfreie Bettung
  • Fugenbreite mindestens 5 mm
  • Bewegungsfugen, insbesondere an anderen Werkstoffen, Bordsteinen und Gebäudeteilen
  • einen mit Wasser einschlämmbaren und abspülbaren 2K-Pflasterfugenmörtel verwenden
  • die Fase grundsätzlich freikehren

Über jeden dieser einzelnen Punkte könnte man noch einiges sagen und sicherlich auch viel diskutieren. Besonders eingehen möchten bei Pflasterklinkern aber noch auf das Thema „Fase“ und darauf was den „richtigen“ Pflasterfugenmörtel ausmacht.

Die Fuge beginnt unterhalb der Fase

Auf dem Foto zu diesem Beitrag können wir sehr schön sehen, dass die Fase (der angeschrägte obere Seitenbereich des Klinkers) keinen Fugenmörtel enthält. Die Fase muss direkt nach der Verfugung der Steine unbedingt von dem eingefüllten Mörtel befreit, also freigekehrt werden. Das ist erforderlich weil der Fugenmörtel in der Schräge der Fase keinen dauerhaften Halt findet und Belastungen auf Dauer nicht stand halten würde. Der Mörtel würde mit der Zeit aus dem Fasenbereich „herausbröseln“.

Der verwendete Pflasterfugenmörtel sollte einschlämmbar, spülfähig und besonders stabil sein

Diese Voraussetzungen erfüllt meiner Ansicht nach am besten der Pflasterfugenmörtel vdw 850 plus von der Gesellschaft für technische Kunstoffe (GftK). Dieser moderne Pflasterfugenmörtel besitzt alle Eigenschaften, die man bei der Verfugung von Klinkerflächen erwartet. Er ist mit Wasser einschlämmbar und kann mit einem Wassersprühstrahl hervorragend auch von rauhen Oberflächen bei gebürsteten, porigen Klinkern abgereinigt werden, ohne Mörtelrückstände zu hinterlassen. Durch seine selbstverdichtende Eigenschaft können (und sollten) die Pflasterklinker auf voller Steinhöhe mit Fugenmörtel verfüllt werden. Darüber hinaus ist der vdw 850 frost- und tausalzbeständig, frostsicher, abriebfest, wasserdurchlässig und kann auch bei leichtem Regen und niedrigen Temperaturen verarbeitet werden. Durch seine Eignung für leichte bis mittlere Verkehrsbelastungen ist auch eine Verfugung von Grundstückszufahrten bei geeigneter Bettung und Tragschicht möglich. Hier werden aber besonders hohe Anforderungen an den Flächenaufbau und die Verlegung gestellt, auf die ich in einem gesonderten Beitrag eingehen werde. Für die sichere Verarbeitung von 2K-Pflasterfugenmörteln sollte man über Erfahrungen mit Reaktionsharzmörteln verfügen oder eine ausführliche Beratung der GftK anfordern.

Auch nachträgliche Verfugen sind möglich, wenn die Voraussetzungen stimmen

Bei geeigneten Bettungen und ausreichenden Fugenabständen können Pflasterklinker natürlich auch nachträglich mit Pflasterfugenmörtel verfugt werden. Hier gilt es, wirklich gewissenhaft zu prüfen, ob eine Fugenbreite von minimal 5 mm unterhalb der Fase gegeben ist.

2 Kommentare
  1. Hans Ritschel
    Hans Ritschel says:

    Ich habe 20m² Pflasterklinker zu ferfugen und suche geeigneten Pflasterfugenmötel,der dauerhaft ist.Bitte um guten radschlag

    Antworten
    • Nico Wien
      Nico Wien says:

      Hallo Herr Richtschel,

      wir empfehlen vdw 850 plus von der GftK. Achten Sie, wie im Artikel beschrieben, auf eine ausreichende Fugenbreite von mind. 5mm und auf eine setzungsfreie Bettung.

      Antworten

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